In der vergangenen Handelswoche konnten sich die US-amerikanischen Aktien behaupten. Der S&P 500 schloss leicht im Plus. Angesichts des Kursverfalls in den vier Wochen davor war diese Gegenbewegung jedoch äußerst schwach. Damit stellt sich die Frage: Befinden wir und in einer Korrektur oder am Anfang einer Baisse?
Bemerkenswert ist, dass es bisher vor allem die US-amerikanischen Aktien getroffen hat. Viele Experten gehen davon aus, dass es sich um eine Sondersituation in den USA handelt. Insbesondere in den USA seien die Aktien „überbewertet“ und mussten daher zurückkommen. Manche gehen gar vom Ende der Vormachtstellung der US-Börsen aus.
Ich sehe das anders. Solange ich die Märkte analysiere, wurde die Musik stets an den US-Börsen gespielt. Alle anderen Märkte sind auf kurz oder lang nachgefolgt. Zurecht gilt der S&P 500 als sog. Leitindex. Meines Erachtens gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass sich das in absehbarer Zeit ändern könnte. Sollte es an den US-Börsen weiter abwärtsgehen, geraten früher oder später auch die europäischen Börsen in diesen Abwärtssog. Manchmal laufen die Börsen im Gleichschritt, manchmal ein paar Monate zeitlich versetzt. Komplett gegensätzliche Verläufe kommen auch vor, aber selten.
Die entscheidende Frage ist nun: Befinden sich die Aktienmärkte in den USA in einer Korrektur oder am Beginn einer längeren Baisse? Die Kapitalmarktzinsen der 10-jährigen Staatsanleihen befinden sich technisch in einem Aufwärtstrend. Steigende Zinsen können Aktienkurse grundsätzlich drücken. Allerdings hat sich dieser Aufwärtstrend wieder abgeschwächt und könnte sich umkehren, wieder einmal.
Charttechnisch ist der S&P 500 äußerst angeschlagen:

In der vergangenen Woche ist der S&P 500 am eingezeichneten Widerstandsbereich abgeprallt. Wird dieser nicht rasch zurückerobert, dürfte es in Richtung des eingezeichneten Unterstützungsbereichs gehen. Ich habe mir überlegt, wo die Kurse im Worst Case Szenario landen könnten und spätestens drehen sollten. Der Bereich ist eingezeichnet. Aber so weit ist es noch lange nicht. Noch ist alles offen, insbesondere, ob die Korrektur nun endet oder die Baisse erst richtig beginnt.